Kiosk-Donatus

Illegaler Tabakhandel: EU-Rechnungshof bemängelt Daten- und Kontrolllücken

Illegaler Tabakhandel: EU-Rechnungshof bemängelt Daten- und Kontrolllücken
Kiosk Donatus Redaktion•

Der Europäische Rechnungshof sieht erhebliche Lücken im Kampf gegen den illegalen Tabakhandel. In seinem am 8. September 2026 veröffentlichten Bericht kritisiert er fehlende verlässliche Marktdaten, uneinheitliche Kontrollen und eine unzureichende Koordination in der EU. Die bisherigen Anstrengungen von Kommission und Mitgliedstaaten reichten nach Bewertung der Prüfer nicht aus. Mitteilung des Rechnungshofs

Kein verlässlicher Überblick über den Markt

Die Untersuchung erfasst die Jahre 2023 bis 2025. Die Prüfer untersuchten die Kommission sowie Behörden in Belgien, Spanien, Polen und Rumänien. Behörden der übrigen Mitgliedstaaten wurden ergänzend befragt.

Ihr Befund: Informationen liegen bei verschiedenen Stellen, ohne ein vollständiges Bild von Umfang, Struktur und wirtschaftlichen Folgen des illegalen Marktes zu ergeben. Nationale Kontrollen unterscheiden sich ebenso wie Straftatbestände und Sanktionen. Auch der Informationsaustausch funktioniert nach Darstellung des Rechnungshofs nicht durchgehend zuverlässig. Sonderbericht 23/2026

Unterschiedliche Regeln betreffen auch E-Liquids

Als Beispiele für die uneinheitliche Behandlung neuerer Produkte nennt der Rechnungshof E-Zigaretten-Liquids und erhitzten Tabak. Unterschiedliche nationale Ansätze können demnach Lücken schaffen, die organisierte Kriminalität ausnutzt. Die Kritik richtet sich gegen Schwächen der Kontrolle und Zusammenarbeit. Rechnungshof zu nationalen Unterschieden

Die Prüfer empfehlen einen belastbareren Marktüberblick, mehr Informationsaustausch und stärkere Unterstützung für nationale Behörden. Die Kommission soll außerdem klarere Prioritäten setzen und die Wirkung der Maßnahmen regelmäßiger bewerten. Empfehlungen des Sonderberichts

Die Milliardenschätzung bleibt unsicher

Die Kommission schätzt die jährlichen Einnahmeverluste für EU und Mitgliedstaaten auf 13 Milliarden Euro. Der Rechnungshof mahnt bei dieser Zahl ausdrücklich zur Vorsicht: Sie beruht auf externen Studien. Auch Beschlagnahmungen allein erfassen den gesamten Markt nicht. Rechnungshof zur Datengrundlage

Der Prüfbericht richtet Empfehlungen an die Institutionen. Er führt selbst weder neue Produktverbote noch zusätzliche Pflichten für Käufer ein. Auch erklärt die Kritik an Kontrolllücken E-Liquids oder Tabakerhitzer nicht pauschal zu illegalen Produkten.